Felsklettern in Luxemburg vom 02. bis 03. Oktober 2010

Von: Julian Mertens

Etwas hektisch streift die Hand über den Fels. Über kleine Risse, winzige Vorsprünge, zu kleine Löcher. Auf der Suche nach einem Halt. Fester, stabiler Halt. Die Füße stehen zwar, aber worauf eigentlich? Die Tritte sind so unscheinbar. Dann finden die Finger endlich einen Griff und drücken feste zu. Jetzt suchen wieder die Füße. Manchmal reichen nur wenige Millimeter der Felswand, brauchen nur die richtige Form zu haben, um einem das Gefühl von Sicherheit zu geben.

 

Ungewohnte Eindrücke gepaart mit tollen Aussichten erfuhren die elf Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Felskletterkurses Anfang Oktober in Berdorf, Luxemburg. Nicht weit von dem idyllischen und ruhigen Dorf versteckt sich mitten im Wald das Klettergebiet. Für die ersten Versuche und Erfahrungen am Fels eignet es sich hervorragend. Die Gruppe leiteten Stefanie Angerstein, Michael Hugot, Niels Kremeskoetter und Johanna Polarczyk. Das erfahrene Team brachte den Neulingen in kleinen Gruppen vor allem Grundlagen bei, denn die meisten kannten bislang nur Kletterhallen und den Dorstfelder Turm. Wie muss das Seil in die Umlenker? Mit welchen Varianten kann man umfädeln? Warum sind manche Ringe dazu geeignet, manche nicht?Welche Schritte sind beim Abseilen zu beachten? Warum sollte auf die Pflanzen und Tiere unbedingt Rücksicht genommen werden?

 

Niels Kremeskoetter und seine drei fortgeschrittenen Teilnehmer hingegen gingen einen Schritt weiter. Sie übten die vielen Arten, den Fuß sinnvoll zu setzen und sei der Fels auch noch so glatt. Von unten versuchten sie zudem, eine Route strategisch anzugehen und schwierige Stellen zu planen und die Bewegungen genauso umzusetzen.

 

Der zerklüftete Sandstein von Berdorf biete jede Menge Möglichkeiten zum Treten und Greifen, außerdem ist das Gebiet mit seinen vielen Haken anfängergerecht abgesichert – jenen, die hauptsächlich farbige Kunststoff-Griffe gewohnt sind, kommt das sehr entgegen. Darum konnte die Gruppe nach den Lehreinheiten auch viel ausprobieren und üben. Vor allem merkten sie, wie wichtig, aber auch wie einfach es ist, die Füße auf dem Gestein sicher zu setzen, sei der entsprechende Tritt auch noch so klein.

 

Man könnte meinen, das Wetter passte sich dem Kurs an. Am ersten Tag nieselte es, der Fels war mitunter feucht und rutschig. Aber das gehört schließlich zum echten Felsklettern dazu, die Bedingungen sind mitunter kaum berechenbar. Hier passt sich der Mensch der Natur an, nicht umgekehrt. Als Belohnung schien am folgenden Tag die Sonne und bescherte einen großartigen Ausblick über das Tal und die Wälder, sobald das Ende einer Route erreicht war. Eine großartige Belohnung für die Anstrengungen, bei der ständigen Suche nach den entschiedenen Millimetern Gestein.

 

 



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